: Projekt Nambala, Tanzania


In einer gut gehenden Praxis in schöner Umgebung mit netten Menschen zusammen andere nette und interessante Menschen zu behandeln, ist ehrlich gesagt ein großes Privileg. Da kam bei aller Zufriedenheit der Wunsch auf, auch anderen in schlechteren Situationen zu helfen und dadurch Freude mit anderen zu teilen.

So wichtig die koordinierte Großhilfe bei akuten Katastrophen auch ist, wir wollen lieber den kleinen tapferen Rahmen unterstützen mit direktem Bezug zu Leuten und Projekt. Es besteht über die Familie unserer Mitarbeiterin Sabine Hettlich ein jahrzehntealter familiärer Kontakt und Unterstützerkreis zu den „Helpers of Mary“, einem indischen Schwesternorden, gegründet von einer Deutschen, die Anfang der 60er Jahre ihre Arbeit für Notleidende in den Slums von Mumbai aufnahm und zahllose indische Frauen zur Mitarbeit im Orden inspirierte.

Zwei leitende Schwestern des Ordens, der keine Religionsgrenzen und keinen Missionierungdrang in seiner Arbeit kennt, besuchten unlängst u.a. Köln und wir hatten die Möglichkeit zum direkten Kontakt. Der Eindruck der Fröhlichkeit, Warmherzigkeit und Tatkräftigkeit der Damen war einfach großartig und zutiefst beeindruckend. Wir erfuhren aus erster Hand von den in den letzten Jahren bereits aufgebauten Stationen in Äthiopien und Kenia. Schwerpunkte der Arbeit mit den Menschen vor Ort sind die Versorgung mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, Decken, die medizinische Grundversorgung, der Schutz von Kindern und verlassenen Müttern, die Ausbildung, die Unterstützung zur Gründung von Kleingewerbe wie auch mit Hilfe von Kleinkrediten etc. etc. – eine unglaubliche Leistung anpackender optimistischer Frauen, die mittlerweile auch in Afrika dem Schwesternorden zulaufen!

Und so ergab sich nun unser Projekt, unser Ding, unser Vorhaben:
Es entsteht im November eine neue Station in Nambala, einem Ort, 20 km entfernt von Arusha, der Provinzhauptstadt im Norden Tansanias. In dieser Gegend geht es um ein Überleben in der Armut, fehlende Schulen, sehr viele im Stich gelassene oder verwaiste
Kinder, die in vielen Fällen mit AIDS infiziert sind, es geht um ausgestoßene und unterdrückte Frauen, um mangelnde Erwerbsmöglichkeiten. Es geht neben AIDS um weitere schwere Krankheiten wie Malaria und Elephantiasis oder Gastroenteritis, die eigentlich mit unseren Medikamenten gut zu behandeln sind und an denen dort Menschen sterben wie die Fliegen – es geht um die Basics. Es bat ein Bischof um Hilfe, ein Stück Land wird gestiftet, eine Unterkunft wird gebaut werden, drei Schwestern machen sich auf mit der Kompetenz, die aus vielen anderen solcher Situationen entstanden ist.

Wir wollen aus unserem Praxisumsatz regelmäßige und verlässliche finanzielle Unterstützung zugunsten umschriebener Projektstufen wie konkreten Anschaffungen leisten. Wir möchten gerne permanent Informationen und Bilder von dort erhalten und weiter publik machen, so dass auch möglichst viele nette Menschen in unserer privaten wie Praxisumgebung Interesse gewinnen können, sich bei der Unterstützung zu beteiligen. Wir werden diese Station beizeiten besuchen und werden natürlich besonders die medizinische Versorgung gerne begleiten, sozusagen als unmittelbare Partner-Praxen in zwei ganz unterschiedlichen Welten. Events wie die bereits bewährte Weinverkostung oder anstehende Konzerte in unserer Praxis werden wir in den Dienst dieser Sache stellen. Gleichzeitig wollen wir alle Interessierten zusammenführen, die ebenfalls Spaß an diesem Vorhaben haben.

Alle sind herzlich eingeladen und wir denken, dass dies eine wirklich gute Sache ist.

Das provisorische Haus der Schwestern in Kikwe/Tanzania.


: Aktuelles von der Nambala-Connection


Und so entwickeln sich die Dinge:
Ende Mai begegneten wir den Schwestern Stella (Oberin) und Regina (Provinzialin), die sich von Indien zu einem Besuch in Deutschland aufgemacht hatten, in Köln. Wir besprachen, als Arztpraxis-Marienburg eine Partner-/Patenschaft mit der geplanten Station, die im November in Nambala bei Arusha in Nord-Tansania aufgemacht werden soll, einzugehen.

Der lokale Bischof hatte die Helpers of Mary kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Es wurde ein Stück Land gefunden und es soll zunächst eine Unterkunft gebaut werden. Drei Schwestern, eine davon Krankenschwester, eine Sozialarbeiterin, werden die Station und ihre Aufgaben betreiben.

Wir stehen mittlerweile in email-Kontakt mit Schwester Suma, der sehr netten und effizienten für Afrika zuständigen Provinzialoberin, die den Ort selbst bald bereisen und uns bald mit Bildern der Situation versorgen wird. Ab Juli beginnen auch unsere monatlichen Überweisungen der Praxis als zuverlässige Basis der Unterstützung. Der Geldverkehr läuft über das Konto der Indienhilfe-Köln e.V.
Am 22. September findet ein erstes Konzert mit dem bekannten Jazz Musiker Peter Fessler in unserer Praxis statt, dessen Erlös wir zusätzlich dem Projekt, das wir nun intern „Nambala-Connection“ nennen, zukommen lassen wollen, statt. Als nächstes ist eine Lesung in der Vorweihnachtszeit angedacht.

Da wir viel Kontakt zu Medizinstudenten haben, die in unserer Praxis arbeiten oder hier ihre Famulaturen ableisten, entstand die Idee für Engagierte unter ihnen ein Paket zu konzipieren: eine Kombination aus einem Praktikum im Kilimandjara Christian Medical Centre (auch nahe Arusha) zwecks Einsichten in die Behandlung lokal besonders relevanter Erkrankungen, einer anschließenden Mitarbeit in Nambala und ggf. folgendem Besuch der umliegenden Nationalparks.

Das Potential hilfswilliger und gut situierter Menschen in unserer Umgebung ist hoch. So werden wir das Projekt durch Bilder und Artikel auf unserer homepage und unserem facebook account in seinem Verlauf darstellen und auch Patienten und Freunde gezielt aufmerksam machen. Es besteht bereits im Vorfeld eine gute Resonanz und Interesse. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie weitere, aktuelle Informationen zum Thema wünschen oder gerne unterstützen möchten!